Wie dokumentiere ich einen Schaden richtig für die Versicherung?

Zuletzt aktualisiert: 2. Juli 2026

Fotografiere den Schaden sofort und aus mehreren Perspektiven: erst Übersichtsaufnahmen des Raums, dann Detailfotos jedes beschädigten Gegenstands. Ergänze ein kurzes Video, sammle Kaufbelege oder andere Wertnachweise und führe eine Liste aller beschädigten Positionen. Halte außerdem chronologisch fest, wann was passiert ist und mit wem du gesprochen hast. Wirf nichts weg, bevor die Versicherung zugestimmt hat.

Fotos: von der Übersicht ins Detail

Gute Schadenfotos folgen einer einfachen Regel: erst das Ganze, dann das Detail. Die Übersichtsaufnahme zeigt, wo im Raum der Schaden liegt und wie weit er reicht. Die Detailaufnahme zeigt, was genau beschädigt ist. Erst beide zusammen machen den Schaden für jemanden nachvollziehbar, der nicht vor Ort war.

Fotografiere jeden beschädigten Gegenstand einzeln, bei Elektrogeräten auch das Typenschild mit Modell- und Seriennummer. Bei Feuchtigkeit oder Rissen hilft ein Gegenstand als Größenvergleich im Bild, etwa ein Zollstock. Handyfotos reichen völlig — wichtig sind gutes Licht, Schärfe und Vollständigkeit, nicht die Kamera.

Video: der Rundgang, der nichts vergisst

Ein kurzes Video ergänzt die Fotos um den Zusammenhang: Geh einmal langsam durch alle betroffenen Räume und kommentiere, was du siehst. Das Video hält auch Dinge fest, an die du beim Fotografieren nicht gedacht hast, und belegt den Gesamtzustand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Datum nennen oder einblenden hilft.

Belege und Wertnachweise sammeln

Für die Entschädigung zählt, was die beschädigten Sachen wert waren — und das musst du plausibel machen können. Kaufbelege sind der einfachste Nachweis, aber nicht der einzige.

Als Wertnachweis kommen üblicherweise in Frage:

  • Rechnungen und Quittungen (auch digital, z. B. Bestellbestätigungen per Mail)
  • Kontoauszüge oder Kreditkartenabrechnungen mit dem Kauf
  • Ältere Fotos, auf denen der Gegenstand zu sehen ist
  • Bedienungsanleitungen, Originalverpackungen, Garantiekarten
  • Zeugen, die den Besitz bestätigen können

Die Schadenliste: eine Position pro Gegenstand

Die Schadenliste ist das Herzstück deiner Dokumentation. Führe für jeden beschädigten Gegenstand eine eigene Position mit Bezeichnung, Marke/Modell, Kaufdatum (ungefähr reicht, wenn du es nicht genau weißt), Kaufpreis und Zustand vor dem Schaden. Verweise je Position auf die zugehörigen Fotos und Belege.

Vollständigkeit schlägt Perfektion: Eine Liste mit geschätzten Kaufdaten ist besser als eine Liste, auf der die Hälfte fehlt. Kennzeichne Schätzungen als solche — das ist ehrlich und schützt dich vor dem Vorwurf falscher Angaben.

Chronologie und Kommunikation festhalten

Neben dem Schaden selbst solltest du den Verlauf dokumentieren: Wann hast du den Schaden entdeckt? Wann gemeldet? Wer war wann vor Ort — Notdienst, Gutachter, Handwerker? Notiere zu jedem Telefonat Datum, Gesprächspartner und Ergebnis.

Wichtige Absprachen bestätigst du am besten kurz per Mail („Wie eben telefonisch besprochen …"). So entsteht ein schriftlicher Verlauf, auf den du dich später beziehen kannst — Erinnerungen verblassen, Mails nicht.

Aufbewahren, bis der Fall abgeschlossen ist

Beschädigte Gegenstände sind Beweismittel. Bewahre sie auf, bis die Versicherung schriftlich der Entsorgung zustimmt oder der Fall abgeschlossen ist. Muss etwas aus hygienischen Gründen früher weg, dokumentiere es vorher besonders gründlich und halte fest, wann und warum es entsorgt wurde.

Häufige Fragen

Was, wenn ich keine Rechnungen mehr habe?

Rechnungen sind der einfachste, aber nicht der einzige Nachweis. Üblich sind auch Kontoauszüge, ältere Fotos, auf denen der Gegenstand zu sehen ist, Bestellbestätigungen per Mail oder Zeugen. Gib bei fehlenden Belegen realistische Schätzungen an und kennzeichne sie als solche.

Reichen Handyfotos für die Versicherung?

Ja, grundsätzlich reichen Handyfotos. Entscheidend sind gutes Licht, Schärfe und Vollständigkeit: Übersicht plus Detail für jeden Gegenstand. Moderne Handys speichern zudem Datum und Uhrzeit in den Bilddaten — das stützt die Chronologie.

Wie detailliert muss die Schadenliste sein?

Eine Position pro Gegenstand, mit Bezeichnung, Marke/Modell, ungefährem Kaufdatum, Kaufpreis und Zustand. Je höher der Wert, desto wichtiger der Nachweis. Schätzungen sind in Ordnung, wenn du sie als solche kennzeichnest.

Soll ich der Versicherung Originale oder Kopien schicken?

Behalte Originale grundsätzlich selbst und reiche Kopien oder Scans ein. So bleibt dein Nachweis vollständig, falls unterwegs etwas verloren geht. Bei digitaler Einreichung ist das ohnehin der Standard.